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Standpunkte

Blue Competence bezieht Stellung.

Als Nachhaltigkeitsinitiative des Maschinen- und Anlagenbaus beteiligt sich Blue Competence an zahlreichen Diskussionen zu aktuellen Fragen. Hier veröffentlichen wir Standpunkte und Positionen, die wir zur Durchsetzung nachhaltiger Lösungen für Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft für wichtig erachten.

Elektromobilität

Die Bundesregierung macht Elektromobi­lität zum industriepolitischen Großprojekt, indem sie bis zum Jahr 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen bringen will. Viele verbinden mit Elektromobilität die Vision eines Fahrens ohne schädliche Emissionen und ohne Verbrauch fossiler Energie.

Die gemeinsam vom VDMA und der Unternehmensberatung Roland Berger vorgelegte Studie „Zukunftsfeld Elektromobilität – Chancen und Herausforderungen für den deutschen Maschinenbau" legt nahe, dass im Jahr 2025 rund 40 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge einen Hybrid- oder vollelektrischen Antrieb haben werden.

Der Maschinen- und Anlagenbau wird dabei eine Schlüsselrolle spielen: Zur Herstellung der erforderlichen Komponenten benötigt die Automobilindustrie neu zu entwickelnde Produktionstechnologien – parallel zu Technologien für konventionelle Antriebe. Die erforderliche Beschleunigung der Innovationen ist durch Forschung, insbesondere in den Bereichen Produktions-, Batterie-, und Antriebstechnik, zu erreichen. Von den für die Elektro­mobilität erreichten Innovationssprüngen werden weit über den Straßenverkehr hinaus auch viele andere Anwendungen profitieren (Baumaschinen, Landmaschinen, Fördertechnik usw.).

Die FuE-Förderung, die sich jetzt herausbildet, muss technologieoffen sein und eine steuerliche Forschungsförderung beinhalten. Auch ist auf den Forschungsstrukturen aufzusetzen, die unsere Industrie schon in der Vergangenheit stark gemacht haben, nicht zuletzt auf den bran­chenübergreifenden, vorwettbewerblichen Innovationsnetzwerken der industriellen Gemein­schaftsforschung.

Energieeffizienz

Der weltweite Energiebedarf steigt massiv an. Gleichzeitig gilt es den Klimawandel einzudämmen. Das stellt die Energie- und Klimapolitik vor gewaltige Herausforderungen. Zum einen brauchen wir weiterhin eine sichere und bezahlbare Energieversorgung. Zum anderen müssen CO2-Emissionen drastisch sinken. Energieeffizienz spielt in diesem Spannungsfeld eine zentrale Rolle.

Als Schlüsselindustrie für Energie- und Klimatechnologie kann und wird der Maschinen- und Anlagenbau maßgeblich zu mehr Energieeffizienz beitragen. Am effektivsten wird uns das im freien Spiel marktwirtschaftlicher Kräfte gelingen. Selektive Staatseingriffe können echten Fortschritten sogar im Weg stehen.

Energiepolitik

Das Thema Energie trägt die Bezeichnung „Megatrend" zu Recht. Zu eindeutig sind die globalen Entwicklungen und die Anforderungen der Gesellschaft. Hinter dem schillernden Begriff verbirgt sich ein Projekt der Superlative: Der Umbau des Energiesystems in Deutschland und Europa und der Auf- und Ausbau der Energieinfrastruktur weltweit. Die Voraussetzung für das Gelingen des Projekts ist die effektive technologische Umsetzung.

Die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus können hierzu maßgeblich beitragen. Unsere Technologien sind der Schlüssel für Energieeffizienz, Ressourcenschonung und CO2-Minderung entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Bereitstellung der Primärenergie über die Energieumwandlung auf Basis konventioneller und erneuerbarer Energieträger bis hin zur effizienten Nutzung von Energie in Industrie, Gewerbe und Gebäuden.

Berechenbare und über das Ende von Legislaturperioden hinaus verlässliche Rahmenbedingungen, insbesondere für Hersteller langlebiger Investitionsgüter, sind entscheidend, um den Umbau des Energiesystems nachhaltig und effizient zu gestalten. Dies gilt sowohl kurzfristig, wenn Kunden des Maschinen- und Anlagenbaus eine tragfähige Basis für Investitionsentscheidungen benötigen, als auch mittel- und langfristig mit Blick auf die Ausrichtung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Maschinen- und Anlagenbaus selbst.

Gesellschaft

Die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus legen nicht nur großen Wert auf gute Beziehungen zu ihren Kunden und Lieferanten, sondern bemühen sich auch intensiv um ihre Mitarbeiter und um ein positives regionales Umfeld.

Nennen wir es soziale Tradition, gesellschaftliche Verantwortung oder Corporate Social Responsibility – ein familienfreundliches Arbeitsumfeld, soziale und kulturelle Verantwortung gegenüber dem Unternehmensstandort und Umweltschutz sind für Maschinen- und Anlagenbauer eine Selbstverständlichkeit.

Gesellschaftliche Verantwortung ist ein Teil der Unternehmenskultur und lebt von individuellem und freiwilligem Engagement. Regulierende Eingriffe der Politik und Programme „von oben" sind nicht zielführend. Der Appell an die Politik lautet deshalb: Nutzen wir die Freiheit, die wir brauchen, um uns eigenverantwortlich für das Wohl der Gesellschaft zu engagieren, und vertrauen Sie auf die gesellschaftliche Verantwortung unserer Unternehmen.

Umweltpolitik

Sowohl die nationale als auch die europäische Umweltpolitik verfolgen ambitionierte Ziele. Damit ist auch der Maschinen- und Anlagenbau gefragt. Denn ohne die entsprechenden Technologien sind diese ehrgeizigen klima- und umweltpolitischen Ziele nicht erreichbar.

Das bedeutet aber nicht, dass der Maschinen- und Anlagenbau zwangsläufig von einer ambitionierten Umweltpolitik in jeglicher Hinsicht profitiert. Im Gegenteil – die Wettbewerbsfähigkeit der Branche steht schnell auf dem Spiel, wenn zum Beispiel im produktbezogenen Umweltschutz die Designlenkung Einzug hält. Es geht also darum, die Innovationskraft der Investitionsgüterindustrie zu stimulieren, um damit kreative technische Lösungen für den Umweltschutz zu kreieren.

Ein wirksamer Umweltschutz als Grundlage für zukunftsfähige Lebens- und Produktionsbedingungen benötigt Partner aus Industrie und Technik.

Wirtschaft

Nachhaltigkeit beinhaltet ökologische, ökonomische und soziale Aspekte in einem ausgewogenen Verhältnis. Eine innovative Politik bringt ökologische und soziale Ziele voran und stärkt die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Um diese Ziele gleichermaßen zu erreichen, müssen ökonomische Effizienz und ökologische und soziale Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. Die Politik muss dafür verlässliche und konsistente Rahmenbedingungen auf nationaler und europäischer Ebene schaffen und marktwirtschaftlichen Instrumenten gegenüber ordnungsrechtlichen Eingriffen klar den Vorrang geben. Marktwirtschaftliche Umweltpolitik setzt auf Eigenverantwortung statt auf Gebote und Verbote.

Marktwirtschaftliche Instrumente im Umweltschutz machen die Inanspruchnahme der Umwelt für den Bürger bzw. die Unternehmen zum Kalkulationsfaktor. Wo Umweltnutzung ihren Preis hat, kann der einzelne ökonomisch rational entscheiden, ob Umweltschutz sich rechnet oder nicht. Nur wenn marktwirtschaftliche Instrumente nicht greifen, ist der Rückgriff auf Ordnungsrecht zur Erreichung umweltpolitischer Ziele gerechtfertigt.