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Kaltrecycling - Ressourcen schonen, Straßen langfristig sanieren

Wirtgen: Das CO2 reduzierende Straßenbauverfahren

Die Herausforderung im Sinne der Nachhaltigkeit:

In Zeiten der globalen Erwärmung zählt der Schutz der Umwelt zu den zentralen Themen der Weltgemeinschaft. Das Ziel vieler Staaten, Organisationen und Institutionen ist es, Ressourcen zu schonen und die Luftverschmutzung auf vielfältige Weise zu reduzieren. Dem gegenüber steht das rapide Wachstum der Weltbevölkerung, in dessen Folge unter anderem der Ausbau der Infrastrukturen – und hier im Besonderen die Erschließung neuer oder die Sanierung bestehender Verkehrswege – immer mehr an Bedeutung gewinnt. Beides nachhaltig miteinander in Einklang zu bringen, ist eine große Herausforderung.

Die Ausgangssituation:

Im Rahmen der Straßensanierung bzw. -instandsetzung wird in der Praxis die beschädigte Asphaltdecke ausgebaut, abtransportiert und entsorgt oder auf Recyclinghöfen als Zuschlagsstoff wieder aufbereitet. Auf der Suche nach innovativen Bauverfahren, die neben der Wirtschaftlichkeit auch den Schutz der Umwelt berücksichtigen, hat die Wirtgen GmbH seit den 1980er Jahren – federführend in der Branche – ein neues Verfahren vorangetrieben.

Die Lösung:

Als Technologieführer im Straßenbau hat die Wirtgen GmbH in der Vergangenheit gezeigt, dass sie mit innovativen Technologien neue und wegweisende Verfahren entwickelt. Dazu zählt vor allem die Kaltrecycling-Technologie, nach der hochwertige Tragschichten unter 100 prozentiger Wiederverwendung des vorhandenen Materials produziert werden.

Seit über 50 Jahren prägen Wirtgen Kaltfräsen den Straßenbau. Basierend auf der eigens entwickelten Kaltfräsen-Technologie schuf Wirtgen durch das Hinzufügen eines Mischers und einer Einsprühanlage für Bindemittel die Voraussetzung, das ausgebaute Material im Inneren der Maschine durch die Zufuhr von Bindemitteln neu aufzubereiten und das recycelte Material wieder umgehend als neue Fahrbahndecke einzubauen. Die Kaltrecycling-Technologie und ein neues Bauverfahren waren geboren.

Recycling und Wiedereinbau erfolgen dabei in einem Arbeitsgang. Zunächst granulieren Kaltrecycler den Fahrbahnbelag mit einem robusten Fräs- und Mischrotor. Durch die Anordnung von Wechselhaltern und Meißeln sehr hoch auf dem Rotor wird eine optimale Vermischung des Baustoffgemisches erreicht. Das Kaltmischgut wird anschließend in einem Zweiwellen-Zwangsmischer erzeugt. Hier wird das Fräsgranulat zusammen mit Wasser und Bindemitteln zu einem homogenen Gemisch aufbereitet. Wasser und die verschiedenen Bindemittel (Zementsuspension, Bitumenemulsion oder Schaumbitumen) werden über Einsprühleisten in den Mischraum eingedüst. Mikroprozessoren übernehmen die exakte Regelung der Zugabemenge. Mithilfe eines Einbauaggregats baut der Kaltrecycler das recycelte Baustoffgemisch direkt wieder ein. Das aufbereitete Mischgut wird mit einer Verteilerschnecke gleichmäßig über die gesamte Arbeitsbreite verteilt. Unmittelbar dahinter verdichtet die Einbaubohle den recycelten Fahrbahnbelag zu einer kompakten Schich                   

Die nachhaltigen Stärken

Das Kaltrecyclingverfahren vereint nachhaltig das Ziel, Verkehrswege  Ressourcen schonend und damit umweltfreundlich und gleichzeitig sehr wirtschaftlich zu sanieren. Die Hauptvorteile des Kaltrecyclingverfahrens sind:

  • Ressourcen schonen – Es sind nur geringe Mengen neuer Baustoffe erforderlich. Wertvolle Ressourcen werden daher um bis zu 90% eingespart, die Anzahl der Transporte zur Baustelle um bis zu 90% reduziert.
     
  • Umwelt schonen – Kaltrecycling ist Energie sparend (10-12 Liter Kraftstoff pro Tonne), weil die Baustoffe nicht erhitzt werden müssen. Dies und das geringe Transportaufkommen führen zu einem 50 bis 70 % weniger CO2-Ausstoß im Vergleich zu konventionellen, gleichzusetzenden Instandsetzungsverfahren.
     
  • Hohe Wirtschaftlichkeit – Durch die schnelle Abwicklung ist Kaltrecycling eine äußerst wirtschaftliche und umweltfreundliche Methode zur Erhöhung der Tragfähigkeit schadhafter Beläge.
     
  • Höchste Qualität – Durch die Mikroprozessor gesteuerte Regelung der Zugabemengen (Wasser und Bindemittel) entsteht ein homogenes Baustoffgemisch. Das recycelte Einbaumaterial ist daher von höchster Qualität.
     
  • Geringe Personalkosten – Das Kaltrecycling erfordert nur wenig Bedienpersonal, weil viele Arbeitsgänge von einer Maschine durchgeführt werden. Dadurch sind die Personalkosten sehr gering.
     
  • Kurze Bauzeit – Kaltrecycler granulieren, bauen aus, mischen und bauen das neue Baustoffgemisch in einem Übergang wieder ein. Dadurch ist das Verfahren extrem schnell und die Straßen können nach kurzer Bauzeit wieder dem Verkehr übergeben werden.
     
  • Erhöhte Sicherheit – Durch die kurze Bauzeit wird der Verkehr nur wenig beeinträchtigt. Damit sinkt auch die Gefahr von Unfällen im Baustellenbereich.


Die Erfinder:

Die Weiterentwicklung der Kaltrecycling-Technologie mit Schaumbitumen zu modernen Straßenbaumaschinen erfolgte durch die Wirtgen GmbH.

Kurzprofil des Unternehmens:

Name: Wirtgen GmbH
Hauptsitz: Windhagen
Gründungsjahr: 1961
Mitarbeiter: 1.300
Lösungen: Mobile Maschinen und hochwertige Dienstleistungen rund um den Straßenneubau und die Straßeninstandsetzung sowie Surface Miner zur Gewinnung von Nutzmineralien. Die insgesamt fünf Produktsparten sind: Kaltfräsen, Bodenstabilisierung und das Kaltrecycling, Heißrecycling, Betoneinbau und Surface Mining
Internationalität: Die Wirtgen GmbH ist ein Unternehmen der Wirtgen Group, einem international tätigen Unternehmensverbund der Baumaschinenindustrie mit den traditionsreichen Marken Wirtgen, Vögele, Hamm und Kleemann und über 55 eigenen Vertriebs- und Servicegesellschaften sowie mehr als 100 Händlern.