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Optimierte Hub-Hydraulik spart bis zu 20% Kraftstoff

Die bedarfsgerechte Ansteuerung der Hubhydraulik bei Gabelstaplern bringt größere Energieeffizienz und sorgt für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Die Herausforderung im Sinne der Nachhaltigkeit:

Welchen Beitrag können Gabelstapler leisten, um das Ziel einer größeren Energieeffizienz und damit Nachhaltigkeit zu erreichen? Linde Material Handling beschäftigt sich mit dieser Frage bei jeder Fahrzeugentwicklung aufs Neue und hat mit fahrbereiten Prototypen und in Feldversuchen bewiesen, dass alternative Antriebskonzepte für die Zukunft weitere Effizienzsteigerungen versprechen. Aufgrund hoher Investitionskosten rechnen sich Hybrid- oder Brennstoffzellenstapler für den überwiegenden Teil der Kunden heute allerdings noch nicht. Doch auch der konventionelle Antriebsstrang mit Verbrennungsmotor sowie Fahr- und Hubhydraulik bietet noch Verbesserungspotenzial – und dies bei gegebener sehr guter Wirtschaftlichkeit, die sich für den Kunden finanziell rechnet.

Die Ausgangssituation:

Ziel von Linde MH war und ist es deshalb, dieses Potenzial zu nutzen. Dabei kann Europas Marktführer auf den bereits sehr effizienten und sparsamen hydrostatischen Fahrantrieb aufbauen, der ohne Schaltgetriebe, Differential und Bremse auskommt.
Für die hydraulischen Arbeitsfunktionen eines Gabelstaplers verwendet man üblicherweise Zahnradpumpen mit konstantem Fördervolumen. Der Nachteil ist, dass die Hubhydraulikpumpe direkt an die Motordrehzahl gekoppelt ist und somit immer in Abhängigkeit der Motordrehzahl Hydrauliköl fördert. Beispielweise wird bei einem Streckentransport, bei dem eine hohe Motordrehzahl benötigt wird, zwangsläufig die maximale Hydraulikölmenge umgewälzt, obwohl kein Bedarf vorhanden ist. Man spricht dabei von so genannten Umlaufverlusten. Diese zu minimieren, war die Herausforderung an das Entwicklungsteam von Linde MH.

Die Lösung:

Linde MH richtete das Augenmerk beim Facelift der Dieselstapler-Baureihe Linde H40 bis H50 auf die Hubhydraulik sowie auf die optimale Verknüpfung von Verbrennungsmotor und Hubhydraulik.
Die Lösung wurde in einer im eigenen Haus entwickelten, verstellbaren Axialkolbenpumpe mit variablem Fördervolumen gefunden. Bei einer Verstellpumpe ist die Ölmenge regelbar und Öl wird nur bei Bedarf gefördert. Die elektronische Ansteuerung passt den von der Pumpe gelieferten Ölvolumenstrom optimal den Einsatzanforderungen an. Durch ein „Oversizing" der Pumpe mit größerem Ölfördervolumen wird zudem die maximale Hubgeschwindigkeit schon bei niedrigerer Drehzahl erreicht. Statt bisher bei 2800 U/min benötigt der Antriebsmotor jetzt lastabhängig nur noch 1600 bis 2300 U/min für das Erreichen der vollen Hubgeschwindigkeit.

Die nachhaltigen Stärken:

Mit der neuen Verstellpumpe kann der Stapler-Anwender insbesondere bei Heben ohne Last oder im Teillastbereich, d.h. bei Lasten unter Nenntragfähigkeit, Energie sparen. Die Energieersparnis ist umso größer, je geringer das Gewicht der Last im Vergleich zur Nenntragfähigkeit des Staplers ist und je öfter Leerhübe oder Hübe im Teillastbereich im jeweiligen Einsatz vorkommen. Insgesamt sinken aber nicht nur Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß, sondern das Gerät arbeitet auch leiser.

Linde MH hat bei unterschiedlichen Feldkunden Testreihen durchgeführt und festgestellt, dass das neue Antriebskonzept den Kraftstoffverbrauch bis zu 20 Prozent reduziert. Die Energiekostenersparnis beträgt dadurch ca. 1€ je Betriebsstunde. Das Angenehme dabei: Der Betreiber muss keine Einbußen in Bezug auf Leistung und Produktivität in Kauf nehmen. Im Gegenteil: Die Pumpe „hängt" am Eingangssignal und reagiert direkt auf die Befehle des Fahrers und somit der elektronischen Ansteuerung. Dies führt bei gleicher Leistung zu geringerem Energieverbrauch.

Wieder einmal profitiert der Kunde davon, dass bei Linde MH die Hydraulikkompetenz im eigenen Hause vorhanden ist. Denn die Integration von Hydraulik- und  Fahrzeugkompetenz ist ein wesentlicher Grund dafür, dass mit dem neuen Antriebskonzept eine so beachtliche Verbrauchsreduzierung erreicht werden konnte.

Verbrauchssenkungen von bis zu 20 Prozent bei gleichbleibender Produktivität, geringere Geräusche und Abgasemissionen sowie verminderter Verschleiß sind Argumente, die bei Kaufentscheidungen eine entscheidende Rolle spielen. Gleichzeitig leisten sie einen positiven Beitrag zu nachhaltigem, umweltgerechten Wirtschaften.

Die Erfinder:

Die Verstellpumpe mit der internen Bezeichnung MPR50 wurde im Hause Linde unter der Leitung von Herrn Dr. Rolf Lasaar entwickelt.

Kurzprofil des Unternehmens:

Name: Linde Material Handling GmbH
Hauptsitz: Aschaffenburg
Gründungsjahr: 1904
Mitarbeiter: 12240 Mitarbeiter weltweit (2010)
Lösungen: Weltweit zweitgrößter Hersteller von Flurförderzeuge
Internationalität: Weltweit
URL: www.linde-mh.com