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Das RipTec-Fräsverfahren: Neue Wege in der Massivholzbearbeitung

Leitz: Eine nachhaltige Bearbeitungstechnik für einen nachhaltigen Werkstoff

 

Die Herausforderung im Sinne der Nachhaltigkeit:

Holz ist der älteste Werkstoff der Menschheitsgeschichte. Das verdankt es seiner Vielseitigkeit und seinen ausgezeichneten konstruktiven Eigenschaften. Darüber hinaus ist Holz der einzige nachwachsende Rohstoff. Es fungiert als CO2-Speicher und weist hervorragende Dämmwerte auf. Vollholzprodukte sind deshalb gegenüber Produkten aus anderen Materialien häufig die nachhaltigere Lösung. Viele Branchen haben in den letzten Jahren den Werkstoff Holz neu entdeckt, darunter auch das moderne Bauwesen. Jedoch steht den vielen Vorteilen von Vollholz ein Nachteil gegenüber: Die inhomogene, faserige Struktur des Werkstoffes. Eine echte Herausforderung für die Bearbeitung.

Die Ausgangssituation:

Bei der Vollholzbearbeitung mit herkömmlichen Fräsverfahren entstehen häufig Ausrisse und Absplitterungen, vor allem, wenn die Werkzeugschneiden entgegen der Wuchsrichtung des Holzes arbeiten oder auf Problemstellen wie Asthöfe oder Jahresringzonen treffen. Die Konsequenz: Bei Vollholzanwendungen ist mit einer hohen Ausschussquote bzw. mit teurer Nacharbeit von Hand zu rechnen. Parallel dazu werden die Werkzeugschneiden stark gefordert und verschleißen schnell.

Die Lösung:

Vor diesem Hintergrund hat Leitz das RipTec-Fräsverfahren entwickelt. Dabei handelt es sich um eine neuartige Bearbeitungstechnik, die den strukturellen Eigentümlichkeiten von Werkstücken aus Vollholz Rechnung trägt. Beim RipTec-Fräsverfahren wird ein feines Riffelprofil in die Oberfläche eines Werkstücks gefräst, ähnlich einer Waschbrettstruktur in Miniatur. Es lässt sich in mehrere typische Vollholz-Anwendungen integrieren: Als Verfahren zur Vorzerspanung beim Hobeln von Kantholz und beim Profilieren von Möbelteilen oder Fußbodenpaneelen ermöglicht es ein effizientes und qualitativ hochwertiges Finish im zweiten Bearbeitungsschritt. Im Bereich der Holzfenster wird es zudem als patentiertes Verfahren zur Endbearbeitung der Hirnholzflächen der Rahmenbauteile eingesetzt, wodurch Fräsqualität und Haltbarkeit der Rahmeneckverbindungen erhöht werden. RipTec wird mit unterschiedlichen Leitz-Werkzeugsystemen umgesetzt und in vielen Industrieunternehmen und Handwerksbetrieben eingesetzt.

Die nachhaltigen Stärken:

Speziell bei unregelmäßigem Faserverlauf, bei Wildwuchs und bei der Hirnholzbearbeitung vermeidet RipTec Ausrisse und Absplitterungen im Holz. Dadurch steigen einerseits Produktqualität, Produktionsgeschwindigkeit und Werkzeugstandwege. Andererseits sinken Ausschuss und Nacharbeit auf ein Minimum. Sogar Hölzer in sogenannter B-Qualität lassen sich mit RipTec bearbeiten, wertvolle Ressourcen, die bei konventionellen Bearbeitungsverfahren nicht hätten verwendet werden können.  Damit macht das RipTec-Fräsverfahren Prozesse in der Vollholzbearbeitung wirtschaftlicher und reduziert deren Ressourcenverbrauch.

Die Erfinder:

Entwicklungsgruppe unter Führung von Andreas Kisselbach. Dipl.-Ing. Andreas Kisselbach ist seit 1996 bei der Leitz GmbH & Co. KG in Oberkochen tätig und ist verantwortlich für den Bereich Forschung und Entwicklung in der Leitz-Gruppe.
 

Kurzprofil des Unternehmens:

Name: Leitz GmbH & Co. KG
Hauptsitz Oberkochen / Baden-Württemberg
Gründungsjahr: 1876
Mitarbeiter 3.300
Lösungen: Werkzeuge und Werkzeugsysteme für die maschinelle Holz- und Kunststoffbearbeitung
Internationalität: 10 Produktionsstandorte in Europa, Asien, Nord- und Südamerika, Vertriebsgesellschaften und -büros in 36 Ländern, rund 160 Servicestationen

Gegründet 1876 in Oberkochen/Süddeutschland, ist die Leitz-Gruppe der weltweit führende Hersteller von Werkzeugen zur professionellen zerspanenden Bearbeitung von Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoff und Verbund-Materialien. Das Produktspektrum von Leitz umfasst das gesamte Sortiment an maschinengetriebenen Präzisionswerkzeugen. In einem vollständigen Paket an Beratungs- und Servicedienstleistungen geben die 3.500 Leitz-Mitarbeiter ihre ganze Erfahrung im Umgang mit Zerspanungswerkzeugen an die Leitz-Kunden weiter und verwirklichen so täglich die Ideale vom kompletten Problemlöser und produzierenden Dienstleister. Leitz-Produkte kommen in über 150 Ländern der Erde regelmäßig zum Einsatz. Mit zehn Produktionsstandorten in Europa, Asien und Amerika, Leitz-Vertriebsgesellschaften und -büros in 36 Ländern, einem dichten Netz von rund 160 Servicestationen mit angeschlossenen Schnellfertigungen sowie Vertriebspartnern ist Leitz auf allen Kontinenten vertreten.