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Beizverfahren für alle Edelstahl-qualitäten, abwasserfrei mit Rückgewinnung der Werkstoffe 

Zweistufiges Beizverfahren kann abwasser- und abfallfrei betrieben werden

Die Herausforderung im Sinne der Nachhaltigkeit:

Beizen von Edelstahl ist eine notwendige Behandlung, um die Korrosionsbeständigkeit zu gewährleisten. Entwicklungsziel war ein Beizverfahren, das für alle Typen von Edelstahl gleich geeignet ist und die Oxidauflösung wahlweise mit oder ohne Abtrag des Grundmetalls ermöglicht. Das Verfahren sollte keine Beizsprödigkeit verursachen, abwasser- und abfallfrei betrieben werden können und die Rückgewinnung von Säuren und Metallen ermöglichen.

Die Ausgangssituation:

Bisher verfügbare Beizverfahren eignen sich nur für bestimmte, höher legierte Edelstahlqualitäten. Sie setzen neben Flusssäure auch Salpeter- oder Schwefelsäure ein und belasten die Umwelt durch schwermetallhaltigen Sondermüll und salzhaltige Abwässer. Das anfallende Spülwasser, die verbrauchten Säuren und die abgetragenen Schwermetalle sind kostenintensiv als genehmigungs- und überwachungsbedürftiger Sondermüll zu entsorgen und belasten die Umwelt.

Die Lösung:

Das neue Beizverfahren POLINOX VA 100 benutzt nur Flusssäure in wässriger Lösung. Das Verfahren arbeitet zweistufig, mit jeweils der gleichen Säurekonzentration. Einer Aktivierung mit einer Dauer von einigen Minuten folgt ohne Zwischenspülen der eigentliche Beizvorgang. Die Beizlösung enthält als Zusatz ein speziell stabilisierendes Wasserstoffperoxid im Überschuss.

Die Säurekonzentration wird gewählt gemäß dem  zu beizenden Werkstoff, der gewünschten Beizgeschwindigkeit und der Anforderung, ob Oxide und Eisenkontaminationen mit Abtrag des Grundwerkstoffs oder unter Beibehaltung des Oberflächenfinishs entfernt werden sollen.

Die Behandlung der Spülwässer und Konzentrate erfolgt durch Neutralisation mit Kalkmilch. Dabei werden die Flusssäure als Kalziumfluorid (Feldspat) und die Schwermetalle als reine Metallhydroxide gefällt und durch Filtration ausgeschieden. Eine zweistufige Neutralisation und Filtration ermöglicht die Trennung in Fluoride und Hydroxide, die sich zur Wiederverwendung eignen. Das Filtrat wird wieder dem Spülwasser zugeführt.

Die nachhaltigen Stärken:

Das Beizverfahren POLINOX VA 100 ermöglicht erstmals eine hochwertige Beizbehandlung aller Edelstahlsorten, speziell niedrig legierte ferritische und martensitische Stähle sowie Lean Duplex ohne Gefahr von Wasserstoffversprödung.

Das Beizen kann wahlweise unter Wahrung der Oberflächenqualität oder mit Metallabtrag erfolgen. Die Beizgeschwindigkeit bei vergleichbarer Säurekonzentration und Temperatur liegt um mind. 25 Prozent über der herkömmlicher Verfahren.

Das Verfahren kann abwasserfrei betrieben werden und benötigt diesbezüglich keine Genehmigungen. Die Säuren und Metalle können in verwertbarer Form wiedergewonnen werden, so dass die Ressourcen geschont werden und kein Sondermüll entsteht.

Das Beizverfahren POLINOX VA 100 ist frei von Mineralsäuren und Wasserstoffversprödung. Es kann für alle Legierungen und Gefüge ab einem Chromgehalt von 10 Prozent eingesetzt werden.

Die Erfinder:

Dr. Olaf Böhme, Leiter Abteilung Forschung + Entwicklung

Kurzprofil des Unternehmens:

Name: POLIGRAT GmbH
Hauptsitz: München
Gründungsjahr: 1953
Mitarbeiter: 180
Lösungen: Oberflächentechnik für Metalloberflächen zur Verbesserung der dekorativen und funktionellen Eigenschaften.
Internationalität:
Standorte im Ausland:
England, Frankreich, Ungarn, Schweiz, USA, Kanada

Vertriebspartner im Ausland:
Australien, Belgien, Finnland, Indien, Italien, Israel, Japan, Österreich, Polen, Spanien, Taiwan, Türkei, V.A.E.,
URL: www.poligrat.de